Pause-Taste
Bias erkennen

Pause-Taste

1 Atemzug, 1 Frage, 1 Check

Die "Pause-Taste" ist eine einfache, aber mächtige Strategie, um unter Druck bessere Entscheidungen zu treffen – besonders in Situationen, in denen alles nach einer schnellen Lösung drängt. Der Anchoring-Bias, also das voreilige Festhalten an der ersten plausiblen Erklärung, ist laut Stephen Hearns ein zentraler Auslöser für Fehldiagnosen. Studien zeigen, dass dieser Bias in bis zu 74% der Fälle eine Rolle spielt. Die Lösung? Eine bewusste Unterbrechung: Ein tiefer Atemzug, eine gezielte Frage ("Was passt hier nicht?") und ein aktiver Check der eigenen Annahmen. Diese kurze Pause wirkt wie ein Reset-Knopf für das Gehirn und verhindert, dass man in die Falle der voreiligen Schlüsse tappt.

Hearns betont, dass solche Mikro-Interventionen kein Zeichen von Schwäche sind, sondern ein Zeichen von professioneller Kontrolle. Gerade in Hochdruckumgebungen wie der Notfallmedizin, wo jede Sekunde zählt, kann eine gezielte Pause den Unterschied zwischen einer korrekten Diagnose und einem folgenschweren Fehler ausmachen. Die Technik ist simpel, aber effektiv: Sie zwingt uns, den Autopiloten auszuschalten und bewusst gegen unsere eigenen kognitiven Verzerrungen zu arbeiten. Statt blind auf die erste Idee zu vertrauen, schafft die Pause Raum für eine zweite, kritischere Betrachtung – und das kann Leben retten.

Pause ist eine Intervention.

📖 Kapitel 3, Punkt 1 & 3