Lachen erlaubt
Humor als Ventil

Lachen erlaubt

Gallows Humor hilft

Humor ist mehr als nur ein Lachen – er ist ein Überlebensmechanismus, besonders in Hochdrucksituationen wie der Notfallmedizin. Stephen Hearns betont in Peak Performance under Pressure, dass gezielter Humor, etwa in Form von Gallows Humor, als psychologisches Ventil fungiert. Dieser spezielle Humorstil hilft Teams, Spannungen abzubauen, ohne die Professionalität zu gefährden. Wichtig ist dabei das Timing: In akuten Phasen (wie einer Reanimation) hat er nichts verloren, aber in der Nachbesprechung kann ein lockerer Spruch wie „Okay, das war suboptimal“ die Stimmung entkrampfen und die Teamdynamik stärken. Der Autor verweist darauf, dass solche Momente nicht nur die Moral heben, sondern auch physiologische Stressreaktionen mildern – etwa durch die Reduktion von Cortisol, dem Stresshormon.

Doch Humor ist kein Allheilmittel. Hearns warnt davor, ihn als „sterile Therapie“ zu missverstehen: Er ersetzt keine strukturierte Fehleranalyse oder psychologische Unterstützung, sondern ergänzt sie. Gerade in Berufen, in denen Perfektionismus und Selbstkritik dominieren, wirkt er wie ein Puffer gegen die Burnout-Batterie. Das Buch unterstreicht, dass dieser Ansatz besonders in Kulturen der Exzellenz funktioniert, wo Fehler offen thematisiert werden – ohne dass die Ernsthaftigkeit der Arbeit darunter leidet. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Ein Rettungsteam, das nach einem schwierigen Einsatz gemeinsam über eine absurde Situation lacht, kehrt schneller in den „Flow“ zurück, als eines, das stumm die Schuld bei sich sucht.

Humor ist sterile Therapie.

📖 Kapitel 15, Punkt 1