Eins nach dem anderen
Arbeitsgedächtnis schonen

Eins nach dem anderen

Arbeitsgedächtnis hat Limits

Unser Gehirn ist kein Hochleistungscomputer – und das ist auch gut so. Denn während ein Rechner problemlos dutzende Aufgaben parallel abarbeiten kann, stößt unser Arbeitsgedächtnis schnell an seine Grenzen. Stephen Hearns macht in „Peak Performance under Pressure“ deutlich: Wer versucht, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, riskiert nicht nur Fehler, sondern büßt messbar an kognitiver Leistungsfähigkeit ein. Die im Buch zitierten Studien zeigen, dass Multitasking die geistige Kapazität ähnlich stark beeinträchtigt wie eine durchwachte Nacht – konkret kann der IQ um bis zu 10 Punkte sinken. Für medizinisches Fachpersonal, das unter Zeitdruck präzise Diagnosen stellen oder lebensrettende Maßnahmen einleiten muss, ist das ein alarmierendes Signal.

Die Lösung liegt nicht in mehr Anstrengung, sondern in kluger Priorisierung. Hearns empfiehlt, Aufgaben konsequent nacheinander abzuarbeiten – eine Strategie, die er aus der Luftrettung ableitet, wo Piloten und Ärzte mit Checklisten und klaren Abläufen arbeiten. Statt sich von einer Flut an Informationen überrollen zu lassen, hilft es, eine priorisierte To-do-Liste zu erstellen und diese schrittweise abzuarbeiten. Das bedeutet auch, Aufgaben bewusst zu delegieren, wenn sie nicht zwingend selbst erledigt werden müssen. Der Autor betont: „Sangfroid“ – die Kunst, in Extremsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren – ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gezielten Trainings. Wer lernt, sich auf eine Sache zu konzentrieren, schont nicht nur sein Arbeitsgedächtnis, sondern trifft auch bessere Entscheidungen – selbst wenn der Druck steigt.

Weniger Tabs, mehr Leben.

📖 Kapitel 2, Punkt 1 & 3